bräsig, Adj.
Irgendwie macht mich dieses schwüle Wetter ein wenig bräsig. Ich kenne bräsig in der Bedeutung träge, faul, langsam – bezogen auf den Körper als auch auf den Geist. Ein schönes, altes Wort, dessen Bedeutung schon im Klang klar wird. Man kennt es in Süddeutschland und im Ruhrgebiet (dort allerdings mit anderer Bedeutung).
Es scheint allerdings aus dem Norden zu kommen: Fritz Reuter („Ut mine Stromtid„) hat die Figur des „Onkel Bräsig“ geprägt, den es heute noch in Büchern und als Hörspiel gibt: „Abendteuer des Entspekter Bräsig, bürtig aus Meckelborg-Schwerin, von ihm selbst erzählt“.
Wikipedia bemerkt: „As een vun ganz wenige Schrievers hett Reuter sien Ut mine Stromtid sogor op de sprakene Spraak inwarkt, de de Figurn Pomuchelskopp un Bräsig as charakterliche Prototypen övernahmen hett.“
Nun ja, genau. Oder so.
Und mittlerweile sind die Nord- und Ostdeutschen ziemlich bräsig: In Berlin gibt es die „Onkel-Bräsig-Straße„, in Bremen den „Onkel-Bräsig-Weg, Urlaubsunterkünfte in Mecklenburg-Vorpommern heißen so – und sogar ein Rezept. In die Fernsehserie (zum Beispiel die Folge „Die Büx“ mit Unteroffizier Pomuchelskopp) konnte ich allerdings noch nicht schauen.
Wie auch immer: Ein gut klingendes Wort. Mehr davon! Und eine ganze Menge Arbeit, um zu sagen, dass ich dieses Wetter nicht leiden kann.


Nach wem der Hamburger Bräsigweg benannt wurde, ist mir leider unbekannt.
oj
16 Mai, 2007 um 1503