Berliner Billig-Lyrik
Zum Wochenende ein bisschen Lyrik. Moderne deutsche Lyrik hat es oft schwer. Unverständlich, einer kleinen Zielgruppe oft intellektueller Hochstapler ausgeliefert, muss sie Tag für Tag um ihre Existenz kämpfen. Aber manchmal gibt es Sternstunden.
„Flugzeuge im Bauch
Im Blut Kerosin
Kein Sturm hält sie auf
Unsere Air Berlin
Die Nase im Wind
Den Kunden im Sinn
Und ein Lächeln stets mit drin
Air Berlin“
Das ist die Warteschleife der Billigfluglinie Air Berlin. Sie geht noch ein bisschen weiter („Wir heben gut ab – doch abgehoben sind wir nie“), aber ich lass’ das mal. Wenn das nicht Hochkultur ist. Klarer Fall: Weg damit!
Die Riesenmaschine hat vor einer ganzen Weile schon mal darüber berichtet. Deshalb erspare ich mir weitere Recherche und verlinke einfach. So.
Schuld daran ist übrigens die Firma Jamba LADAGE Media aus Herford. Auf deren Homepage heißt es stolz:
„Mit den Produzenten des Air-Berlin-Songs sind Sie auf der richtigen Seite.“
Das Böse hat einen Namen.

Ich wusste ja gar nicht, dass es solch lyrische Ergüsse gibt. Für mich als bekennenden Lyrikliebhaber, der vorzugsweise Heinrich Heine liest, grenzt dieses Gedicht (es soll wohl eines sein?) schon an Gotteslästerung.
Holger
28 April, 2007 um 2131
Ich weiß nicht, ob jemand bei Air Berlin Heine liest? Ich zweifle es vorsichtig an. Müssen sie ja auch nicht unbedingt, aber dieser „Song“ ist wirklich Blasphemie. Naja, wer Kerosin im Blut hat…
wortretter
30 April, 2007 um 0958
Nicht nur das die gute Air Berlin ihre Kunden in einer Schleife warten lässt, sie quält einen auch noch mit diesem Song. Gibt’s eigentlich so was wie eine Top10 der übelsten Wartemelodien?
Vielflieger
24 Juni, 2007 um 2021